Blue Square Group

Nassauische Neue Presse - 24.05.2005

Schwarzlicht-Virus an der Tilemannschule

Limburg. Am Anfang stand nur eine Idee: Das bekannte Schwarzlichttheater mit unterhaltsamer Musik zu verbinden. Zum ersten Mal wurde die ungewöhnliche Kombination einem großen Publikum vor knapp drei Jahren in der Josef-Kohlmaier-Halle präsentiert, bei dem Spektakel «Scenes and Sounds of Hollywood».
Jetzt fanden sich die Akteure von damals wieder zusammen. Regisseurin Claudia Kim, Harald Grohganz und Thomas Jung verwirklichten gemeinsam ein neues, umfangreiches Schwarzlicht-Projekt: «Musica Nigra».
Die Aula der Tilemannschule war völlig abgedunkelt, damit das Geschehen auf der Bühne noch dramatischer erschien. Als Dramaturg hatte Guido Brümmer, verkleidet als «Tilemann», die Zuschauer als «lebende Statue» begrüßt. Zu seinen Füßen lagen noch kurz vor Beginn Flaschen und Papiermüll, der von den Schülern eingesammelt wurde. Auch wenn es komisch aussah: Das gehörte alles zur Show! Spätestens als ein paar Minuten später der Zauberlehrling mit Paul Dukas‘ Orchesterscherzo, basierend auf Goethes gleichnamigem Klassiker, sein wildes Unwesen trieb, war das Publikum fasziniert von dem Geschehen.
Die Musik harmonisierte wunderbar mit den Bewegungen der Schüler, die eine begeisternde Choreografie für ihre Bewegungen entwickelt hatten. Hinzu kam, dass auch die Musik eine große Bandbreite abdeckte: von klassischen Werken von Camille Saint-Saëns über moderne Filmmusik von Danny Elfman und Yann Tiersen bis zu Pop-Klassikern von Michael Jackson. Dessen «Thriller» mit den menschlichen Skeletten, die über die Bühne tanzen, war einer der Höhepunkte der Aufführung.
Schwarzlichttheater kann ansteckend sein, warnen die Mitwirkenden auf ihrer Internetseite: «Es besteht das Risiko, vom Schwarzlichtvirus infiziert zu werden und fortan an einer chronischen Erkrankung zu leiden – der Schwarzlichtkrankheit.» Demzufolge befanden sich alle Mitwirkenden – Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis neun – bereits im fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Stadium der Krankheit!
Bis es aber soweit war, standen monatelange Proben auf dem Programm der «Schwerpunktklasse Musik». Alle fieberten der Aufführung förmlich entgegen, erzählen Harald Grohganz und Thomas Jung, die das Projekt gerne weiterführen möchten: «Alles steht und fällt aber mit Unterstützung von außen.» In naher Zukunft soll es erst einmal keine vergleichbare Veranstaltung geben. Ein paar Ideen seien aber dennoch im Entstehen begriffen und es werden interessierte Leute gesucht, die sich der Gruppe anschließen möchten. Weitere Informationen über die Schwarzlicht-Gesellen gibt es im Internet unter http://www.musicanigra.de.vu.
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