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Nassauische Neue Presse - 31.01.2002

»Die Schule ist kein Aufbewahrungsort«

Von Sascha Braun

Limburg. »Die Schule ist kein Aufbewahrungsort für Kinder zwischen 7 Uhr und 13 Uhr, sondern als Teil einer Gesamtausbildung anzusehen«, sagte Dr. Werner Felgentreff, Vorsitzender des Schulelternbeirats der Tilemannschule. Gerade die persönliche Einstellung zum lebenslangen Lernen müsse den Kindern schon im Elternhaus vermittelt werden, so der Vorsitzende anlässlich des Neujahrsempfangs in der Aula der Tilemannschule.

Die Schule, so Dr. Felgentreff, können nur einen Beitrag »im Lebensabschnitt Jugend leisten und gute Voraussetzungen für das spätere Leben schaffen«. »Lassen wir die Lehrer also nicht alleine bei Ihrem Auftrag, unsere Kinder zu erziehen«, meinte der Vorsitzende, der neben Schulleiterin Regine Eiser-Müller auch viele Ehrengäste begrüßen konnte, darunter Bürgermeister Martin Richard, Elfriede Geier und Hartmut Schrewe vom staatlichen Schulamt, Albrecht Busch vom Ehemaligenverein und Sparkassenchef Dr. Rainer Steltmann. Dr. Felgentreff dankte den Lehrerinnen und Lehrern für »ihre tägliche Arbeit mit unseren Kindern«.

Im Anschluss würdigte Dr. Nicholas Pascoe vom Schulelternbeirat das Engagement von zwei Schülern, die sich besonders um die Tilemannschule verdient gemacht haben. Dies sind Thomas Jung und Harald Grohganz, die »auf Antrag von drei Fachschaftsgruppen und mit völliger Unterstützung der Eltern« den Tilemann-Preis erhielten, der damit erstmals nach längerer Pause wieder vergeben wurde. Dr. Pascoe: »Diese beiden Schüler haben gezeigt, dass Engagement konkrete praktische Handlung bedeutet.
Sie haben seit Jahren Lehrbücher und Fachzeitschriften sortiert, sie helfen aktiv mit bei der Instandhaltung der Versuchsmaterialien, sorgten für die erforderliche Beschriftung von Schränken und Kisten bereiten mit ihren Lehrern Schulversuche vor und reparieren in den Ferien wertvolle Wandkarten.« Nicht zuletzt, sagte Dr. Pascoe, leiten sie jüngere Schüler an, in ihre Fußstapfen zu treten. Die beiden jungen Männer hatten fast 100 Jahre alte, handgemalte Wandkarten aus Lagerräumen wieder ans Tageslicht gebracht, die restauriert und mit finanzieller Unterstützung der Kreissparkasse Limburg in den frisch renovierten Flurräumen der Tilemannschule angebracht.

Die Vergabe des diesjährigen Tilemann-Preises zeigt nach Worten von Dr. Nicholas Pascoe, dass die Tilemann-Schule jungen Menschen nicht nur fachliches Wissen vermittlt, sondern ihnen auch die Möglichkeit bietet, »soziale Kompetenz zu entwickeln und in die Tat umzusetzten.« Er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die beiden Schüler ihr bisheriges Engagement »weiter so zeigen werden und dass viele weitere Schüler diesem Beispiel folgen.« Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Blechbläser-Ensemble der Kreismusikschule Limburg. (bra)
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